THW Urgestein feiert 80. Geburtstag

v.l.n.r.: Rudolf Skalitzky (Vorsitzender Helferverein), Sebastian Steck, Michael Saller (OB)

OB und Vorsitzender des Helfervereins gratulieren Sebastian Steck zum 80. Geburtstag

Sebastian Steck feierte am 18. Januar2025 in der Unterkunft des Technisches Hilfswerkes (THW) in Landshut mit seinen Kameraden seinen 80ten Geburtstag. Zu den Gratulanten gehörten auch der THW-Ortsbeauftragte Michael Saller und der Vorsitzende des THW-Helfervereins Rudolf Skalitzky. Michael Saller führte aus, dass Sebastian Steck nach mehr als 60 Jahre Dienstzeit immer noch ein Leistungsträger für den THW-Ortsverband Landshut ist. „Sebastian Steck ist für die jungen Helfer im Ortsverband ein Vorbild“ schildert Rudolf Skalitzky. 

Vom Stammtisch ins THW geholt

Mit 17 Jahren trat Sebastian Steck in den THW-Ortsverband Landshut ein. „Der Geschäftsführer für Mühldorf und Landshut wohnte im Obergeschoss unserer Stammwirtschaft“ erzählt Sebastian Steck. Seine Freunde und er wurde an ihrem Stammtisch vom Geschäftsführer Sellmaier angesprochen, „sie sollen doch ins THW gehen. Dies sei eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung und außerdem wäre dort das Bier billiger und es gäbe oft etwas zum Essen“. 
Der Ortsverband bestand damals aus der Elektrogruppe und der Gruppe Rohrnetz-Gas-Wasser (RWG), in welcher Sebastian Steck seine THW-Laufbahn begann. Seine beruflichen Erfahrungen als Heizungsmonteur konnte er hier mit einbringen. Die RWG hatte unter anderem die Aufgabe zerstörte Rohrleitungen wieder instand zusetzen. Sebastian Steck nahm über zehn Jahre hinweg an den damals erforderlichen jährlichen Schweißerprüfung an der Knappenschule in Moers (Nordrhein-Westfalen) teil. Der Ortsverband Landshut führte für die Schweißer der RGW-Gruppen in Bayern Lehrgänge durch, bei denen Sebastian Steck als Ausbilder beteiligt war. Unter anderen wurden damals beschädigte Gasleitung unter Druck geschweißt, auch das Verschweißen von Kunststoffrohren stand schon auf dem Lehrplan. „Die Lehrgänge fanden samstags und sonntags bei uns in der Unterkunft statt. Die Frau und die Töchter unseres Geschäftsführers mussten dann für die Helfer kochen“, erinnert sich Sebastian Steck. 

Der Aufbau der Gruppe Schwimmbrückenbau

Anfang der 1970er Jahre entstanden im THW die Schwimmbrückenbau-Gruppen. Als eine solche Gruppe in Landshut aufgebaut wurde, wechselte Sebastian Steck in diese Gruppe. Anfangs bestand die Ausstattung aus Schlauchbooten und Metall-Zillen. Seinen Bootsführerschein erwarb Sebastian Steck und seinen Kameraden bei den Pionieren der Bundeswehr in Bogen. Seine Prüfung zum THW-Fährenführer fand in Landshut während der Niederbayern-Schau statt. Der Ortsverband richtete zu dieser Ausstellung einen Fährverkehr über die Isar ein, so dass die Besucher weite Fußwege zum Ausstellungsgelände erspart blieben. „Zur Prüfung kamen nicht nur der Kompanie-Chef der Pioniere in Bogen, sondern auch THW-Ausbilder von der Katastrophenschutzschule Hoya (Niedersachsen). Diese mussten kontrollieren, ob die Bundeswehr richtig ausgebildet hat“ schmunzelt Sebastian Steck noch heute. 
Besonders in Erinnerung blieb Sebastian Steck seine Begegnung mit dem bayerischen Ministerpräsidenten Franz-Josef Strauß, der es sich nehmen ließ bei der Eröffnung der Niederbayern-Schau auch eine Fahrt mit der THW-Fähre mitzumachen.

Erlebnisreiche Einsätze

Bereits 1963 leiste Sebastian Steck Hilfe nach einem schweren Erdbeben in Skopje, damaliges Jugoslawien. Mit seinen 23 Kameraden aus Landshut wurden Fertighäuser für die obdachlos geworden Bewohner der Stadt Skopje errichtet. Nur in jeder zehnten Baracke wurde ein Waschraum für die Bevölkerung eingebaut. Die Verständigung vor Ort war sehr schwer, nur einige Studenten sprachen Deutsch, ansonsten musste man sich mit „Händen und Füssen“ verständlich machen. „Ich hatte einmal den Auftrag Wasserrohre herzurichten. Hierzu musste ich die Rohre auf Länge und an den Enden ein Gewinde schneiden. Hierbei beobachteten mich die Einheimischen, bis plötzlich ein jugoslawischer Offizier erschein und mich zur Seite stieß. Ich dachte bei mir: jetzt ist es aus“ erinnert sich Sebastian Steck. Der Offizier schimpfte die Einwohner und wies diese an, diese Arbeiten selbst zu übernehmen. Die Hin- und Rückfahrt zum Einsatzort erfolgte damals mit dem Zug und dauerte zwei Tage. Schlafen konnten sie nur im Gepäcknetz, da ansonsten kein Platz zum Hinlegen vorhanden war.
An einem Tag wurden die Armeekräfte massiv erhöht. Grund hierfür war ein Besuch vom damaligen jugoslawischen Staatschef Tito und dem Staatschef der Sowjetunion Chruschtschow. Beide konnte Sebastian Steck aus nächster Nähe vorbei gehen sehen. 

Anlässlich den Olympischen Spiele in München 1972 beteiligte sich Sebastian Steck an mehreren Wochenenden mit anderen Helfern des Ortsverbandes Landshut. Hier wurde ein internationales Jugendzeltlager eingerichtet und auf dem Olympiasee ein Schwimmsteg aufgebaut. 

In den 60 Jahren Dienstzeit im THW nahm Sebastian Steck unter anderem an Hochwassereinsätzen in Fischerdorf/Deggendorf, Simbach am Inn und Landshut teil. Bei den Schneekatastrophen im Berchtesgadener Land und im Bayerischen Wald war er im Einsatz. 2017 und 2023 leistete Sebastian Steck Hilfe beim Auf- bzw. Abbau der Elektroinstallationen für die Sicherheitskräfte des G7-Gipfels in Elmau. Für die Technischen Hilfeleistungen anlässlich der Landshuter Hochzeit steht er zur Verfügung: „als Landshuter muss man da einfach dabei sein“.

Was motiviert Sebastian Steck?

Sebastian Steck ist begeistert von der Kameradschaft im THW. Seine Freunde, mit denen er 1962 dem THW-OV Landshut beitraten, waren lange im THW. Einer wurde später sogar THW Geschäftsstellenleiter, Helmut Königbauer. Leider ist aus dieser Zeit nur noch ein Kamerad am Leben. 
Der Kontakt zu den jungen Kameraden und deren Ausbildung liegt Sebastian Steck am Herzen. Über die Jahre hinweg bildete er viele Kameraden im Wasserdienst aus. Noch heute nimmt er an der jährlich stattfindenden Ölwehrübung teil und kann dabei seine Erfahrungen weitergeben. „Hierdurch bleibe ich aktiv und geistig fit“ äußert sich Sebastian Steck. Ansonsten hält er sich mit regelmäßige Fitnessclub-Besuchen und Radfahren fit. Im Sommer hält er sich gerne mit seiner Frau Elfriede in ihrem Heimgarten auf. 
Im normalen Dienstbetrieb übernimmt Sebastian Steck die Aufgabe des Wirtes, welcher sich um den „Alt-Herren-Stammtisch“ kümmert. 
 

Sebastian Steck erhielt für seine Tätigkeiten im THW am 18.3.1995 das THW-Ehrenzeichen in Bronze verliehen. Im Jahr 2022 wurden ihm die Jahresurkunden für 60 Jahre Dienst im THW, sowie vom Freistaat Bayern das Große Ehrenzeichen für 60 Jahre Dienst im Katastrophenschutz ausgehändigt. 


Für die Zukunft wünscht sich Sebastian Steck, dass er gesund bleibt und dass der Zusammenhalt und die Kameradschaft im THW Ortsverband erhalten bleibt.


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